Nachwachsende Energie aus Holz - Hackschnitzel

 
Neben der Verwendung von Holz als hochwertiger Bau- und Werkstoff gewinnt auch seine Nutzung als Energieträger zunehmend an Bedeutung. Eine Variante sind Hackschnitzel, die auch in der Holzregion Bayerischer Wald immer häufiger und mit immer modernerer Technik produziert werden. Wichtig vor der Entscheidung für eine Hackschnitzel-Heizanlage ist eine professionelle Beratung.

Der Bayerische Wald mit seinen sechs Landkreisen von Cham bis Passau ist eine echte Holzregion. Nirgendwo in Europa wachsen mehr Bäume pro Hektar als hier. Kein Wunder also, dass auch hier zunehmend der nachwachsende Rohstoff Holz als Energiequelle genutzt wird, z.B. in Form von Hackschnitzeln.

So wurde am Sonntag, den 19. September, in Hunderdorf im Landkreis Straubing-Bogen der neue Selbstfahrhacker der Firma Biomasse Ecker, einem Partnerbetrieb des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald, eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgeführt. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Hans Hornberger, der Segnung durch Pater Martin, die Vorstellung der Maschine durch den Hersteller und einer Präsentation der Bioenergieregion Straubing Bogen durch Frau Laura Osterholzer, verfolgten an die 250 Besucher fasziniert die Maschine in Aktion. Dabei entstanden in nur zwanzig Minuten zwei Container an Hackschnitzeln für das Heizwerk der Gemeinde Ascha. Ab sofort wird die neue Maschine im gesamten Bayerischen Wald bis hin nach Tschechien im Einsatz sein.

Hackschnitzel sind maschinell zerkleinerte Holzstücke, die mit schneidenden Werkzeugen produziert werden. Die Herstellung von erfolgt durch Hacker, die von kleinen Anbaugeräten bis zu selbstfahrenden Großmaschinen und stationären Anlagen reichen. Hackschnitzel werden aus Waldholz, aus Sägenebenprodukten, aus Industrierestholz sowie aus Flur- und Schwemmholz produziert. Auch das Holz von Kurzumtriebskulturen wird überwiegend zu Hackschnitzeln verarbeitet. Zur Herstellung der Wald-Hackschnitzel werden vor allem die schwachen Sortimente, das Kronen- und Astmaterial sowie qualitativ schlechte Holzstücke (z.B. mit Fäule oder starker Krümmung) herangezogen, die für eine andere Verwendung, etwa als Bau-, oder Schnittholz, nicht in Frage kommen.
Verwendung finden die Hackschnitzel überwiegend in Zentralheizungen und Heiz(kraft)werken zur Energiegewinnung. Bessere Qualitäten werden auch in der Papier-, Zellstoff- und Holzwerkstoffindustrie genutzt. Aufgrund ihres niedrigen Preises sind Hackschnitzel in der Regel die finanziell günstigste Aufbereitungsform von Brennholz. Der aktuelle Marktpreis wird dabei maßgeblich von der Qualität, der Abnahmemenge und der Transportentfernung bestimmt. Abgerechnet wird meist nach Schüttraummetern oder nach Gewicht.

Wichtig ist es, bereits vor der Errichtung eines Hackschnitzel-Heizkraftwerkes den Bedarf an Hackschnitzeln zu ermitteln und die dauerhafte regionale Verfügbarkeit sicherzustellen. Ein neutraler Ansprechpartner ist da zum Beispiel das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in der Bioenergieregion Straubing.

Diplomkulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (21.09.2010)