Multitalent Holz – Baumaterial, Werkstoff und Energieträger der Zukunft

 
Was haben ein steinzeitlicher Speer, ein Buch und das Dach der Expo 2000 in Hannover gemeinsam? Sie alle gäbe es in dieser Form nicht ohne Holz! Holz ist einer der ältesten Bau-, Werk- und Brennstoffe der Menschheit und erfreut sich heute wieder zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder, denn es ist ein echtes Multitalent!

Die Vielfältigkeit von Holz ist nahezu unbegrenzt und in unserem Alltag treffen wir ständig auf diesen nachwachsenden Rohstoff. Manchmal unübersehbar, manchmal eher „versteckt“.

Besonders offensichtlich ist die Verwendung von Holz beim Bauen und dies ist auch der Bereich, in dem am meisten Holz Verwendung findet. So stecken in einem Einfamilienhaus bis zu 80 Kubikmeter! Und auch im Bereich des öffentlichen Bauens und bei Gewerbebauten erfreut sich der Baustoff Holz wachsender Beliebtheit. Ob Kindergarten, Hochhaus, Logistikhalle oder Brücke; Holz ist für nahezu alle Bauvorhaben geeignet und bietet viele Vorteile:
Ein Holzbau ist durch einen den hohen Grad an möglicher Vorfertigung schnell errichtet und ohne lange Trocknungszeiten sofort nach der Fertigstellung bezugsbereit. Durch die guten Dämmeigenschaften ist ein dünner Wandaufbau möglich, was zusätzlichen Platz innerhalb des Gebäudes schafft. Zudem bietet Holz vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für jeden Geschmack, sorgt für ein angenehmes Raumklima und ist preislich interessant.



Bildquelle: Holzbauwerke Sonnleitner, Ortenburg












Wenn Sie sich einmal gezielt in Ihrer Umgebung umsehen, werden Sie schnell feststellen: Ob Möbel, Böden, Kinderspielzeug, Griffe von Werkzeugen, Musikinstrumente, Kunstobjekte, Küchenutensilien und vieles mehr – Holz als Werkstoff ist nahezu überall und äußerst vielseitig einsetzbar.
Je nach Verwendungszweck muss das Holz ganz bestimmte Eigenschaften mitbringen: So eignet sich langsam und besonders gerade gewachsenes Holz mit engen Jahresringen, zum Beispiel von Fichte oder Ahorn, als Klangholz für den Bau von Musikinstrumenten. Das feinporige und helle Holz der Linde wird gerne von Bildhauern verwendet und die Eiche, die besonders hart und haltbar ist, findet sich häufig als Fußboden wieder und war einst das beliebteste Holz für den Bau von Schiffen. Es ist also für nahezu jeden Verwendungszweck das richtige Holz gewachsen!
















Ob Kachelofen oder Zentralheizung, Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel, oder, ganz neu, Holzgas; Holz ist ein umweltfreundlicher und komfortabler Energieträger! Seine behagliche Wärme ist unübertroffen und im Gegensatz zu anderen Brennstoffen gibt Holz bei seiner Verfeuerung nur so viel Kohlendioxid ab, wie es bei seinem Wachstum aufgenommen hat und ist somit klimaneutral. Und: Auch Holz, das aufgrund zu geringer Dimensionen nicht anderweitig verwendet werden kann, ist ein guter Energielieferant. Ebenso kann Holz, das seinen ersten Verwendungszweck als Bau- und Werkstoffe bereits erfüllt hat, noch als Heizmaterial dienen und somit, sozusagen kaskadenartig, ein zweites Mal genutzt werden.
















Nicht alles verwendete Holz ist unmittelbar als solches erkennbar, steckt aber dennoch in vielen Produkten, mit denen wir es in unserem Alltag zu tun haben. Oder wussten Sie, dass in vielen modernen Holzpropellern noch immer ein Kern aus Holz steckt?
Zudem ist Holz ein wichtiger Grundstoff für die Herstellung vielfältiger Produkte. So enthält Holz Lignin und Cellulose und ist ein wichtiger Rohstoff für die Papierherstellung. Ob Zeitungspapier, Karton, Cellulose-Dämmstoffe oder Papiertaschentücher; Für all diese Produkte bildet häufig Holz die Grundlage. Außerdem findet Holz als Grundlage für vielfältige Werkstoffe Verwendung. Es wird zerkleinert und anschließend mit oder ohne Bindemittel zu neuen Materialien zusammengesetzt. So entstehen Werkstoffe mit unterschiedlichsten Eigenschaften. Die Vielfalt reicht von einfachen Spanplatten, die meist furniert oder beschichtet Anwendung finden, über Furniersperrholz aus bis zu 35 Furnierschichten, bis hin zu sogenanntem Flüssigholz, das ähnlich wie Kunststoffe verarbeitet werden kann. Und sogar keramische Werkstoffe lassen sich heute auf der Basis von Holz herstellen!

Holz war niemals „out“, doch seine Verwendung hat sich im Laufe der Zeit verändert. Wurden zum Beispiel früher aus Schwachholz oftmals Korbwaren gefertigt, wird dieses heute vorwiegend als Energieträger verwendet. Im Gegensatz dazu ist das häufig rötlich gefärbte Kernholz der Buche derzeit ein begehrtes Holz für die handwerkliche Herstellung hochwertiger Möbel. Früher galt der rote Kern als Fehler und das betroffene Holz taugte nur noch als Brennholz. Die Holzverwendung entwickelt sich also ständig weiter und wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft noch bringt und welche Innovationen aus Holz Einzug in unseren Alltag halten werden. So könnten in absehbarer Zeit Leitplanken aus Holz auf unseren Autobahnen Realität sein! Entwickelt und erfolgreich getestet wurden sie zumindest schon…


Bildquelle: J.W. von de Kuilen