Innovationentag Holz am 16.11.2010 in Regen
Die neuesten Ergebnisse der Holzforschung aus erster Hand und handfeste Tipps für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im eigenen Unternehmen – dies alles bot der Innovationentag Holz am 16. November in Regen, eine gemeinsame Veranstaltung des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald, der Handwerkskammer Niederbayern und der Industrie- und Handelskammer Niederbayern-Oberpfalz.
Mit über 130 Vertretern von Holzbetrieben entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz, von Waldbesitzern, über Säger, Schreiner und Holzhaus-Bauer sowie zahlreiche Vertreter der Kommunen der Region wurde es beinahe eng im Veranstaltungsraum, eigentlich die Pellettshalle des Gastgebers, der Holz Schiller GmbH in Regen. „Mit so starkem Interesse hätten wir nicht gerechnet“, freuten sich der Hausherr Heinrich Schiller und die Veranstalter. Und auch der Landrat des Landkreises Regen, Heinz Wölfl, betonte in seiner Eröffnung die Bedeutung der Branche. Holz sei die Basis und die Zukunft der Region Bayerischer Wald und die hohe Teilnehmerzahl beim Innovationentag ein Zeichen für das Engagement und die Zukunftsfähigkeit der Holz-Betriebe.
Das eigentliche Programm begann mit einer Führung durch die Produktion der Holz Schiller GmbH. Je nach Interesse der Teilnehmer konnten das Sägewerk, die Pellets-Abfüllung oder die Leimholzproduktion besichtigt werden. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von dem Blick hinter die Kulissen des modernen Unternehmens und vor allem der Logistik die notwendig ist, solch große Mengen astfreies Leimholz zu produzieren und „just in time“ auf den Weg zum Kunden zu bringen.
Den Einstieg in die anschließenden Vorträge machte Professor Jan-Willem van de Kuilen, der auf informative und unterhaltsame Weise die neuesten Erkenntnisse der Holzforschung München vorstellte. So kann bei der Holzernte und Holzsortierung moderne Technik wie Tomographie und Ultraschall die Arbeit erleichtern und beschleunigen. Überraschend ist auch die Vielfalt der modernen Verwendungsmöglichkeiten von Holz: Ob Keramik, Hochhäuser, Leitplanken oder Grundstoffe für die Chemiebranche. All diese innovativen Produkte aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gibt es bereits und „sie müssten eigentlich auch aus holzreichen Regionen wie dem Bayerischen Wald kommen und nicht aus einer eigentlich waldarmen Gegend wie Holland“, so mit einem Augenzwinkern Professor van de Kuilen.
Wie sie selbst von einer guten Idee zum marktreifen Produkte bzw. der marktreifen Dienstleistung kommen, erfuhren die Teilnehmer des Innovationentages aus erster Hand im anschließenden Unternehmergespräch. Unter der Moderation von M. Eng. Dipl. Ing. FH Marcus Wehner, Leiter der Stabstel-le für Forschung und Entwicklung an der Hochschule Rosenheim, stellten Holzunternehmer aus der Region ihre Innovationen vor. Folgende Unternehmer berichteten über ihren persönlichen Weg der Innovation, über Herausforderungen und Lösungen, über Schutzrechte, die Beantragung von Fördermitteln, die Bedeutung von Familie und Mitarbeitern etc:
- Alois Müller, pabneu A&W GmbH und B2B Wood GmbH, Pabneukirchen/ Österreich, Produkt: individuell maßgefertigte Möbelfertigteile für Betriebe aus den Bereichen Handwerk, Objekt- und Innenaus-bau
- Hans-Peter Entholzner, domini Design GmbH, Kirchdorf am Inn, Produkt: funktionale und attraktive Möbel sowie Werkzeug-Transportsysteme
- Alfons Zauner, Schreinerei, Pörndorf, Produkt: Einbauhilfe, die die Montage von Tür- und Fensterzargen erleichtert
- Heinrich Schiller, Holz Schiller GmbH, Regen, Produkt: Hochdämmende Fensterkantel mit Luftkam-mer
“Welche Zutaten sind nötig zur erfolgreichen Entwicklung von Innovationen?“ Mit dieser Frage schloss Moderator Marcus Wehner die Gesprächsrunde. Die Antworten der Unternehmer: Intuition, Glaube an den Erfolg, das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und die zügige Umsetzung sowie, allem voran, die Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden.
Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (18.11.2010)