Bayerns Wirtschaftsminister
Martin Zeil hat in der Kabinettssitzung vom 08. Juni die Ergebnisse der
Begutachtung der „Cluster-Offensive Bayern“ und die Perspektiven für die Jahre
2012 bis 2015 vorgestellt: „Die bayerischen Cluster haben sich zu einem
Erfolgsmodell entwickelt. Die Evaluation durch die renommierte
Fraunhofer-Gesellschaft hat dies klar aufgezeigt. Mit über 5.000 beteiligten
bayerischen Unternehmen sind die Cluster zu einem wichtigen Pfeiler der
bayerischen Innovationslandschaft geworden. Gerade der Mittelstand profitiert
maßgeblich von unserer Cluster-Offensive.“
Die Fraunhofer-Gesellschaft hat fast 2.000 Unternehmen über ihre Erfahrungen
mit der Arbeit der Cluster befragt und kommt in ihrem Gutachten zu folgenden
Ergebnissen:
- Die einzelnen Clusterteams leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung
der Wettbewerbsfähigkeit der in den Clustern mitwirkenden Unternehmen.
- Die Cluster tragen zur Stärkung der Wissensbasis der Betriebe bei,
beschleunigen die Einführung von neuen Technologien und erleichtern die
Erschließung neuer Märkte. Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, mit
Hilfe der Cluster von Kooperationen mit anderen Unternehmen zu profitieren.
- Die Cluster-Offensive erreicht mit einer KMU-Quote von 62 Prozent eindeutig
den bayerischen Mittelstand.
- Die Clusterförderung macht sich auch finanziell für den Freistaat bezahlt.
Die Cluster haben bisher rund 70 Millionen Euro an Bundes- und EU-Mitteln für
die Mitgliedsunternehmen eingeworben.
„Diese exzellenten Ergebnisse bestärken uns darin, auch künftig auf die
Cluster-Offensive zu setzen. Es geht jetzt darum, die Cluster
weiterzuentwickeln, damit sie sich auf Augenhöhe mit den besten Clustern der
Welt ein Stelldichein geben“, erklärte der Wirtschaftsminister. „Wir werden
daher bei der Cluster-Offensive strukturelle Anpassungen vornehmen, damit die
Initiative insgesamt noch mehr an Schlagkraft gewinnt.“
Folgende Maßnahmen wurden zur Optimierung beschlossen:
- Konzentration der Fördermittel auf die 16 Cluster, in deren Branche sich die
Clusterinitiative am stärksten leistungsfördernd ausgewirkt hat. Dies sind im
Einzelnen: Automotive, Bahntechnik, Chemie, Druck/Printmedien, Energietechnik,
Ernährung, Finanzdienstleistungen, Forst/Holz, Informationstechnologie,
Leistungselektronik, Luft- und Raumfahrt/Satellitennavigation, Mechatronik und
Automation, Nanotechnologie, Neue Werkstoffe, Sensorik sowie Umwelttechnologie.
- Umstrukturierung der bisherigen Cluster Audiovisuelle Medien, Biotechnologie,
Logistik und Medizintechnik in Form von Netzwerken. Durch die Bereinigung von
Doppelstrukturen und zusätzlichen finanziellen Anstrengungen des Freistaats
stärken wir die Vernetzung in diesen vier wichtigen Branchen weiter. Als
Partnerinitiativen werden diese Netzwerke auch in Zukunft eng mit der
bayerischen Cluster-Offensive zusammenarbeiten. Medienminister Dr. Marcel Huber
hob besonders die hervorragende Anschubarbeit des Clusters Audiovisuelle Medien
hervor. Huber: Es ist das Verdienst des Clusters Audiovisuelle Medien, dass
sich die bayerische Medienpolitik in den letzten Jahren neue Bereiche
erschlossen und sich vor allem dem Thema Computerspiele neu genähert hat. Die
Bayerische Staatsregierung hat in diesem Klima der Offenheit konkrete Maßnahmen
entwickelt, mit denen die positiven Potenziale von Computerspielen für den
Medienstandort Bayern genutzt werden können. Dazu gehören Erfolge wie der nun
schon zum zweiten Mal in München durchgeführte Deutsche Computerspielpreis, die
Förderung pädagogisch und kulturell ansprechender Computerspiele sowie die
Verbesserung des Ausbildungsangebots.“ Diesen Weg werde die bayerische
Medienpolitik im Rahmen eines crossmedialen Ansatzes mit neuen, zukunftsgerichteten
Angeboten und einer weiter entwickelten Form der Netzwerkbildung konsequent
fortsetzen. Huber: „Wir bleiben der verlässliche Partner der bayerischen
Medienunternehmen.“
- Zusammenlegung der beiden Cluster Luft- und Raumfahrt und Satellitennavigation
zur Hebung von Synergien.
- Aufwertung der bisherigen Teilcluster Leistungselektronik und Sensorik zu
vollwertigen Clustern.
Gleichzeitig hat die Staatsregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket
beschlossen, damit die einzelnen Cluster ihre Exzellenz weiter steigern. Hier
gilt das Motto ‚Fördern und Fordern’:
- Wichtigste Unterstützung ist dabei die klare Finanzzusage der Staatsregierung
für die kommenden vier Jahre. So steht für die Cluster im Zeitraum 2012 bis
2015 ein Fördervolumen von 21,6 Millionen Euro zur Verfügung. Ergänzend dazu
erhalten die Cluster fachliche Hilfestellungen durch das
Wirtschaftsministerium. Best-Practice-Workshops und Cluster übergreifende Foren
geben den einzelnen Teams zudem wertvolle Hilfestellungen für ihre Arbeit an
die Hand.
- Darüber hinaus werden die Cluster auch in Zukunft einer konsequenten
Erfolgsorientierung unterworfen. So ist eine erneute Überprüfung der
Leistungsfähigkeit als Basis für eine darauf abgestimmte weitere staatliche
Unterstützung für das Jahr 2014 vorgesehen. Sie folgt der Zielsetzung,
rechtzeitig Anpassungen bis zum Ende der zweiten Förderperiode im Jahr 2015
vornehmen zu können.
- Gleichzeitig arbeiten die Cluster weiter daran, das finanzielle Engagement
der beteiligten Unternehmen zu steigern. Deren Engagement muss bis zum Jahr
2015 auf mindestens 50 Prozent steigen – für jeden Euro vom Staat müssen die
Cluster mindestens einen Euro selbst erwirtschaften.
Die Bayerische Staatsregierung hat 2006 die Cluster-Offensive gestartet, um die
Innovationsdynamik und damit die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen
Unternehmen auszubauen. Dafür baute der Freistaat in zentralen Kompetenzfeldern
der bayerischen Wirtschaft professionelle Clustermanagements auf, die
Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Dienstleister und
Kapitalgeber vernetzen.
Staatsminister Dr. Marcel Huber erläutert die Gründe für den Erfolg der Cluster-Offensive Bayern: VIDEOSTATEMENT