Bauen mit Holz - ein Kinderspiel? - Netzwerk-Lehrfahrt am 14. Januar 2012
Welche Möglichkeiten bietet der moderne Holzbau im Bereich von
Kindergärten und –krippen? Dies war das Thema einer Lehrfahrt des
Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald am 14. Januar 2012. Die
Teilnehmer aus der Gemeinde Mitterfels erkundeten an drei vergleichbaren
Objekten in der Region, wie eine solche Einrichtung aus Holz gestaltet
werden kann, wie sie angenommen wird und was bei der Planung und beim
Bau zu beachten ist. Besucht wurden der Kindergarten Niederwinkling
sowie die Kinderkrippe Uni-Kum und der Kindergarten St. Johannes in
Regensburg.
Auf Anfrage des Fördervereins des Kindergartens
Mitterfels hatte das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald die Fahrt
organisiert. In der Gemeinde soll in Kürze ein neuer Kindergarten mit
angeschlossener Krippe errichtet werden und es bestand der Wunsch, im
Rahmen der laufenden Planungen vergleichbare Einrichtungen in
Holzbauweise in Augenschein zu nehmen. 24 Personen aus Mitterfels, neben
Bürgermeister Heinrich Stenzel und Pfarrer Pater Dominik,
Gemeinderatsmitglieder aller Parteien, Leitung und Angestellte des
Kindergartens sowie Vorstand und Mitglieder des Fördervereins Don Bosco,
folgten der Einladung zur gemeinsamen Bus-Exkursion. Begleitet wurde
die Fahrt vom Geschäftsführer des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer
Wald, Alexander Schulze und Diplom Ingenieur für Holzbau Daniel Suttner.
Erstes Ziel der Fahrt war der Kindergarten mit angeschlossener Krippe in Niederwinkling.
Dort führten Leiterin Maria Geiger und Bürgermeister Ludwig Waas durch
die Räumlichkeiten. Neben der modernen und offenen Gestaltung fiel vor
allem das gute Raumklima im neuen Anbau aus Holz auf. Der Übergang vom
sanierten Tei der Einrichtung zum Neubau aus Holz war für alle
Teilnehmer deutlich spürbar.
Danach ging es weiter zur Kinderkrippe Uni-Kum in Regensburg,
wo die Gruppe von der Leiterin Frau Silvana Löffler und Herrn Oliver
Seidel vom Staatlichen Hochbauamt Regensburg empfangen wurde. Mit dem
nachhaltigen Holzbau wurden ca. 15 % der ursprünglich geplanten
Baukosten eingespart. Möglich wurde dies durch das unter anderem durch
das hohe Maß an Vorfertigung und die kurze Bauzeit, erklärte Seidel.
Letzte Station der Fahrt war der Evangelisch Lutherische Kindergarten St. Johannes in Regensburg.
Hier begrüßte Herr Kellner die Teilnehmer und Pfarrer Herr Dr. Körner
beantwortete die neugierigen Fragen der Teilnehmer. Ebenso wie in der
Kinderkrippe Uni-Kum ist auch in St. Johannes die Decke aus Holz ein
wichtiges Element. Neben ihrer tragenden Funktion sorgt sie ohne weitere
Bauteile für eine optimale Akustik und schafft eine behagliche
Atmosphäre in den Räumlichkeiten, so Daniel Suttner, der mit seinem
Betrieb für die Realisierung der Decken in beiden Einrichtungen
zuständig war.
Holz ist als Baumaterial für Kindergärten und
–krippen ein geeignetes Baumaterial und noch dazu nachhaltig und
regional verfügbar, so das Fazit der Teilnehmer der Lehrfahrt. Wichtig
sei es, bereits bei der Planung neuer Einrichtungen den zukünftigen
Bedarf an Betreuungsplätzen im Auge zu behalten. So waren alle drei
besichtigten Krippen bereits jetzt restlos ausgebucht und mit
Inkrafttreten des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz ab 2013
dürfte der Bedarf künftig noch steigen.
Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (19.01.2012)