Netzwerk-Exkursion entlang der Wertschöpfungskette Holz

 

Am Sonntag, den 20. Juni 2010, machten sich 20 Partner des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald auf zu einer Exkursion entlang der Wertschöpfungskette Holz. Auf der Fahrt für Fachleute aus allen Bereichen der Holzwirtschaft standen eine Waldbegehung, die Besichtigung eines preisgekrönten Architektenhauses aus Holz und der Besuch des Nepal-Himalaya-Pavillons in Wiesent auf dem Programm.

Den ersten der drei Programmpunkte bildete die Waldbegehung, welche ganz im Zeichen des zeitgemäßen Waldumbaus stand. Herr Kierwald, über 30 Jahre lang Förster beim Hause Thurn und Taxis, zeigte den Teilnehmern anschaulich, wie das Ziel stabiler Wälder mit hochwertigem Nutzholz in der Praxis erreicht werden kann. Kierwald plädiert für Bestands-begründung und Waldumbau durch Naturverjüngung und eine möglichst hohe Vielfalt an Baumarten. Besonders Douglasie und Buche seien für das Konzept des Dauerwaldes geeignet, doch werden Nussbaum oder z.B. Birke zu Unrecht vernachlässigt. Um den Waldumbau zu erreichen und stabile Wälder dauerhaft zu erhalten, sei jedoch besonders eine Anpassung des Wildbestandes von Nöten. Die Exkursions-Teilnehmer zeigten sich beeindruckt davon, welch tollen Waldbilder durch den naturnahen Waldumbau erzielt wurden und bedankten sich bei Förster Kierwald mit einer Holzschale, einer Holzkugel und einer Flasche Wein für die interessante Führung.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit regem fachlichem Austausch ging es weiter zur Hausbesichtigung nach Wiesent. Architekt Anton Strassburger führte die Teilnehmer persönlich durch sein mit einem Preis des Holzforums prämiertes Wohnhaus. Bei dessen Bau wurde so viel wie möglich mit Holz gearbeitet. Die besondere Aufmerksamkeit der Exkursions-Teilnehmer erregte das Dach, welches ohne Dachüberstand gefertigt worden war und versuchsweise mit Fichtenschindeln eingedeckt ist. Insgesamt fanden für den Bau des Einfamilienhauses ca. 100 Kubikmeter Rundholz, geschlagenen nach dem Mondkalender, Verwendung.

Die letzte Station der Holz-Exkursion des Netzwerks bildete der Nepal-Himalya-Pavillon mit seinen weitläufigen Gartenanlagen in Wiesent, wo der Initiator Heribert Wirth die Gruppe der Teilnehmer in eine gänzlich andere Kultur entführte. Der Nepal-Himalaya-Pavillon war einer der Publikumsmagneten auf der EXPO 2000 in Hannover und ist seit Juli 2003 in Wiesent zu besichtigen. Über 800 Familien aus der Region des Himalaya hatten über drei Jahre an der Erstellung des Tempelbaus gearbeitet. Besonders ins Auge fielen die aufwändigen Schnitzar-beiten aus Holz. Um den Tempel herum ist auf 4,5 Hektar ein einzigartiger botanischer Garten mit verschiedenen Vegetationsbereichen entstanden. Mit ihrer Vielfalt von 3.0000 Pflanzenarten, davon über 1.000 aus dem Gebiet des Himalaya, ist die Anlage die größte Freilandsammlung derartiger Pflanzen weltweit.

Zum Ende der Veranstaltung zeigten sich die Teilnehmer begeistert über die Vielfalt der Programmpunkte, die interessanten fachlichen Informationen und den gelungenen Verlauf der Veranstaltung. Ideengeber Hermann Rehm, Säger und Netzwerkpartner aus Pfaffenberg der die Exkursion initiiert und die Kontakte hergestellt hatte und das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald freuten sich über die positive Resonanz. Weitere Exkursionen für die Holzfachleute aus der Region sind angedacht.