Ein Wochenende im Zeichen des Holzes - Deggendorfer Holztage 2011
„Holz hat Zukunft, auch und ganz besonders in der Holzregion Bayerischer Wald. Wir können stolz sein auf unser Holz und das, was unsere Betriebe daraus machen.“ Mit diesen Worten begrüßte Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, die Besucher und Ehrengäste zu den Deggendorfer Holztagen. Von der Waldbewirtschaftung, über den Hausbau und hochwertige Inneneinrichtung bis hin zum Kunsthandwerk und der energetischen Nutzung – am vergangenen Freitag und Samstag, dem 20. und 21. Mai, standen die Deggendorfer Stadthallen ganz im Zei-chen des Holzes. Mehr als 3.000 interessierte Besucher nutzen die Gelegenheit, sich an über 60 Ständen und bei zahlreichen Fachvorträgen über die vielfältigen Verwen-dungsmöglichkeiten des nachwachsenden Rohstoffs zu informieren. Und auch das Resümee der Veranstalter und Aussteller fiel positiv aus: Eine Neuauflage der Holzta-ge im Frühjahr 2013 ist bereits in Planung.
„Wer den Wald fachgerecht nutzt, schützt und erhält ihn als wichtigen Lebensraum für Mensch und Natur“, betonte Brunner in seinem Festvortrag und sprach sich für eine natur-nahe Bewirtschaftung auf ganzer Fläche anstelle weiterer Stilllegungen aus. Oberstes Gebot sei dabei der Grundsatz der Nachhaltigkeit, also nicht mehr zu nutzen, als nachwächst.
Die Vertreter von Stadt und Landkreis Deggendorf hoben die hohe Bedeutung des Rohstoffs Holz in der Region hervor und bekräftigten, wie gerne sie die Messe und die Netzwerkarbeit fürs Holz unterstützen. Die Stadt sei der größte kommunale Waldbesitzer und die Branche ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, so der zweite Bürgermeister Peter Volkmer. Für die Verwirklichung der geplanten großen Kinderkrippe in Holzbauweise sprach sich der stellver-tretende Landrat Josef Färber aus. Damit könne ein Zeichen für den Holzbau in der Region gesetzt werden. Wie wichtig das gemeinschaftliche Engagement der Betriebe der Branche ist, betonte Unternehmer Dr. Thomas Koy von der Holzmanufaktur Max Liebich in Regen in seinem Impulsvortrag. Nicht Konkurrenzdenken, sondern vermehrte Zusammenarbeit sei nötig, um noch mehr aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz zu machen.
Stimmungsvoll umrahmt wurde die Eröffnung durch Auszüge aus dem aktuellen Programm des Kulturwald-Festivals. Rondo alla Turca und ein Stück aus der Zauberflöte von Mozart, vorgetragen von Uta Hielscher und ihren Schülerinnen Naomi, Juliane und Katharina, wurden vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt. Beim anschließenden Messerundgang überzeugten sich der Minister und die Ehrengäste vom hochwertigen und vielfältigen Angebot rund ums Holz und nutzten die Gelegenheit, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen.
Neben den geladenen Gästen folgten über 3.000 Besucher, Kenner der Holzbranche ebenso wie private Holzliebhaber, der Einladungen der Veranstalter zu einem Ausflug in die Deg-gendorfer Stadthallen und stellen fest: Holz ist keinesfalls altmodisch, sondern modern und äußerst vielfältig. So zogen die großen Holzerntemaschinen vor der Halle die Besucher ebenso in ihren Bann wie die Vorführungen und Produkte der Bildhauer, Schnitzer, Drechsler und Bogenbauer. Heiß zu ging es beim Wettsägen am Stand des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf und auch die kleinen Besucher konnten das Holz bei einem Wald-Quizz und in der Spielecke mit über 3.000 Bauklötzen aus Holz mit allen Sinnen erleben. An den über 60 Ständen der Schreiner, Zimmerer, Ofenbauer und vieler weiterer Gewerke wurden zahlreiche Beratungsgespräche geführt und auch im Rahmen der Fachvor-träge konnten viele Fragen, z.B. zum Bau von Passivhäusern oder der Verwendung von Holz als Energieträger, beantwortet werden. So mancher Besucher verließ die Messe mit einem kleinen (Holzpostkarte) oder größerem (gedrechselte Kugel) Mitbringsel aus Holz. Für das leibliche Wohl sorgten unter anderem Spezialitäten aus dem Holzofen.
Neben den privaten Holzliebhabern kamen auch Fachbesucher aus der Holzbranche nicht zu kurz. Speziell am Freitag standen bei den Vorträgen betriebsrelevante Themen wie innovative Vergütungssysteme und Versicherungsfragen im Mittelpunkt. Zudem nutzen viele Be-triebsvertreter die Gelegenheit, Kontakte zu relevanten Institutionen und Dienstleistern in der Region zu knüpfen und Vertreter anderer Betriebe kennenzulernen.
Sowohl die Veranstalter, als auch die ausstellenden Betriebe zeigten sich begeistert von der positiven Resonanz auf die ersten Deggendorfer Holztage. Ganz besonders wurden die günstigen Standgebühren, der regionale Fokus und das gezielte Interesse der Besucher am Thema Holz gelobt. Eine Neuauflage der Deggendorfer Holztage im Frühjahr 2013 ist deshalb bereits jetzt in Planung.
Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (25.05.2011)