Noch haben die fossilen Energieträger Öl und Gas den weitaus größten Anteil am Energiemix. Doch die erneuerbaren Energien kommen schnell voran. Ihr Beitrag zur Deckung des deutschen Primärenergieverbrauches, der 2004 noch 3,6 Prozent betrug, stieg laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. im vergangenen Jahr auf 8,9 Prozent. Eine Möglichkeit, erneuerbare Energien zu nutzen ist Biomasse.
Biomasse entsteht in pflanzlicher Form durch Photosynthese aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid. Werden Pflanzen als Nahrung aufgenommen, sind sie das Ausgangsmaterial für tierische Biomasse. Damit ist letztendlich jegliche Biomasse auf die Photosynthese zurückzuführen und kann als gespeicherte Sonnenenergie betrachtet werden.
Heimisch, ständig verfügbar und problemlos zu bevorraten
Als Energieträger bietet Biomasse vielfältige Vorteile. Sie ist ein heimischer Rohstoff, der nicht aus anderen Ländern importiert werden muss. Im Gegensatz zu Wind und Sonne ist sie unabhängig von der Tages- und Jahreszeit ständig verfügbar und kann problemlos bevorratet werden. Darüber hinaus ist Biomasse CO2-neutral. Bei ihrer Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie zuvor beim Wachstum der Pflanzen aus der Atmosphäre aufgenommen wurde.
Bedenken, Biomasse als Energieträger zu nutzen, anstatt sie stofflich zu verwerten oder als Nahrungsmittel zu verwenden, greifen zu kurz. Ein großer Teil des nachwachsenden Energieträgers stammt aus Resten und Abfällen aus dem holzverarbeitenden Gewerbe sowie der Land- und Forstwirtschaft, die für keine andere Verwendung geeignet sind. Ein weiterer Teil wird als Energieholz oder in Form von Pflanzen wie Raps oder Mais eigens angebaut. Auch in diesen Fällen kann von einer Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln nicht die Rede sein. Von weltweit 4,2 Milliarden Hektar für die landwirtschaftliche Nutzung geeigneter Fläche werden nur 1,5 Milliarden Hektar tatsächlich bewirtschaftet. In Deutschland sind 10 Prozent der Ackerfläche gar nicht bewirtschaftet. Nur 15 Prozent der Ackerflächen werden für den Anbau von Energiepflanzen genutzt.
Entscheidend ist, dass die Nutzung von Biomasse nachhaltig erfolgt, das heißt, dass keine Wälder abgeholzt werden und von den Anbauflächen stets nur so viel geerntet wird, wie im entsprechenden Zeitraum nachwächst.
Netzwerkpartner setzt auf Biomasse als Energieträger
Die Firma Viessmann, Partner des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald, nutzt bei der Wärmeversorgung des Unternehmensstammsitzes in Allendorf (Eder) verstärkt Biomasse als Energieträger. Die Versorgung der Hackschnitzel-Feuerungen in der Energiezentrale mit Brennwert wird zum Teil durch den Eigenanbau von Kurzumtriebshölzern (Pappeln und Wei-den) auf 200 Hektar Ackerfläche sichergestellt. In einem dreijährigen Erntezyklus kann mit einem jährlichen Ertrag von bis zu 5000 Liter Öläquivalent pro Hektar gerechnet werden. Die Nutzung erfolgt nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit.
Der Betrieb der Kurzumtriebsplantagen ermöglicht es, Erfahrungen mit dieser innovativen Art der Energieerzeugung über die gesamte Prozesskette zu gewinnen und diese weiter zu optimieren. So werden die Ergebnisse aus Pflanzenzüchtung und –anbau zur Steigerung der Flächenerträge und zur Optimierung der Verbrennungseigenschaften herangezogen. Daneben hat Viessmann sich zum Ziel gesetzt, effiziente Erntetechniken und innovative Lösungen für die Zerkleinerung und Lagerung von Biomasse voranzutreiben.
Weitere Informationen zur Nutzung Nachwachsender Rohstoffe finden Sie HIER beim C.A.R.M.E.N e.V. mit Sitz in Straubing unter
www.carmen-ev.de. Ansprechpartner zum Thema Biomasse beim Netzwerkpartner Vissmann ist Hans Marchl (mach@viessmann.com)